Mittwoch, 18. September 2013

Batucada Sound Machine - Ovationen alleine genügen nicht!


Diese lustigen Herren mit den Grinsekatzenstyles sind die neuseeländischen Übersymphaten von Batacuda Sound Machine (ooch gekannt als B2KDA) ... 

... und diese Typen sehen nicht nur urstuklig aus, sondern haben auch livetechnisch massiv Schalk (und natürlich Bass) im Nacken und wer sie mal live bewundern durfte, dürfte jetzt noch tropfende Lefzen vorweisen können (und ein bissl Restgrinsen) ...

 ... und wer dem Flaneur nicht erst seit Montag folgt, der weiss' jenau ich stehen ganz explizit auf Anekdoten! Und diese Vögel haben Massen davon! Dazu aber später mehr - zuerst mal ein paar langweilige Fakten.

B2DKA kommen aus der selben Stadt wie Fat Freddys Drop & wenn ick mir so diese Grinsekatzenvisagen anschaue, bin ich mir sicher - die naschen auch gerne Nebelstoffe und janz ähnlich wie des dicken Freddys seine Tropfen stehen auch sie knietief im sumpfigen Dub. Aber eben nicht nur. 

Stellt euch vor - solange ihr das ausreichende musikalische Wissen besitzt - was passiert wenn Fat Freddys Drop mit Fela Kuti's Hörner zusammen ne Bühne stürmen? Da gärt die Basshefe schon recht opulent & wenn ihr jetzt noch eingängiges Melodiegespür, allergiereduzierten Popappeal, schmissigen Wums & die unglaubliche Vertrautheit der einzelnen Musiker mit einrührt, dann erhaltet ihr den Teig für diese überragend sättigen Soundtorte, die B2DKA allen Bassheads servieren.

Um es kurz zu machen: Man nehme Drums - viele, viele Drums (!!!) - Steeldrums, Schlagzeug, Congas und sonstige Holzschlagwerk  - 2 brillante fixe Sänger - ne moody Singersongwriterstimme, die leidschwer croont und ein tighter MC, der seine Pferdelunge on point durch die Klanggasse reiten lässt -  eine raffiniert gesetzte Gaststimme, brachial-melodische Hörner und Gitarre & BASS - so definiert man B2DKA. Tanzbar, moodswingmordend, clever, energetisch, entschleunigend, janz wie man es braucht - ne Ohrenwurmstreubombe für die Headphones eben.

Der Popanteil fällt erst beim achten/neunten Durchlauf auf, denn bis dato ist man einfach nur schier bass- und melodiegeflasht wie nücht juttes. Eingängig, symphatisch, klangverliebt - man kann deutlich schlechteres über ne Band verlautbaren.

Kommen wir ma zu den Anekdote. Dieses organisch gewachsene Musikerkollektiv ist keene Designerband, die verkokste Trendbezahlmädchen (genderfrei!) am Reissbrett zusammengecastet haben, sondern einfach nur ein Indiefeuchttraum.

Einige Menschen trafen sie in unregelmäßigen Abständen auf der Strasse und jamte ein wenig rum - und man goutierte den sambafizierte Drumsound des Batucada's. Strassentrommelei, so weit so normal. Aber es blieb' eben nicht bei dem dopegeschwängerten Hauen der Felle, mal wusselte ein MC dazu, dann lief ihnen ein Basser zu, man adoptiert die Hörner und dann passierte das unvermeidliche - ein Knall, ein BOOOM & das Genie, der Bums & das gnadenlos Gute fanden zusammen. Professor Utonium's Substanz X ist in diesem Falle einfach die Freude an Melodie, Bass & dem gemeinsamen Durchdrehen.

Und auch wenn ich dachte, nee sogar fest glaubte - ok, coole Band, aber sicherlich mitsamt Studioaufhübsche - die sind live bestimmt nücht so töfte - aber ich sag euch ich täuschte mich (glücklicherweise).

Ich sah die Leutchen vor einigen Tagen in Potsdam bei einem Konzert. Und das Publikum war (mal abgesehen von einer klitzekleinen Nerdzelle) eher so Bionadebiedermeier + Biergartenschicksengesumme - ich dachte - mhmmm, die werden solide ihr Set runterspielen & sich dann jutten deutschen Gerstensaft in die Kehlen giessen - aber ...

... der Riesenechse unter den Großkapellen aka B2DKA ruhte nicht eher bevor jedermensch dort tanzte - kein Geflunker - sie spielten und spielten und spielten, lachten, tobten, forderten gekonnt das Publikum zu wilden Call'n'Response-Schweinereien auf & waren einfach nur zufrieden mit sich. Spielspaß einer Band, die sich liebt. Hätte ich gerne jeden Monat zweimal, weil hach, weil wirkt nach, weil macht beste Laune. Ne Band, so gut wie wildes Geknutsche mit dem schönsten Einhorn der Herde. Wisst ihr Bescheid!

Und weil diese Band eh nur qua Musik zu packen ist hier eine kleene Brise dieses Irrsinns. Einmal in Studio quali mit hinreissendem Video, einmal live - des Gefühls wegen + einmal unplugged - achtet mal auf die Instrumente!






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