Samstag, 6. Oktober 2012

Zombieapokalypse = Die finale Demokratisierung?


Jonathan Maberry hat gemeinsam mit Goran Parlov schon den Punisher gegen das Marvel-Universum antreten lassen. Und nach Frank Castle ist nun Old Man Logan am Zug - zeichnerisch unterstützt wird Maberry diesmal durch Laurence Campbell und ja auch hier dominiert das Schwarz und der Schmerz. Es wird kein quietschbuntes Zuckerschlecken für den Mann mit den Klauen.

Der Plot ist rasch erzählt, eine Zombieseuche rottet landstrichweit Mensch und Übermensch aus. Superwesen & Kleinstadtgärtner marschieren gemeinsam in der großen gefrässigen Zombiearmee und vertilgen alles was sich sich ihnen in den Weg stellt. Insbesondere die, die sich zur Wehr setzen sind Delikatessen für die neuen Kannibalen, an deren Heerspitze niemand anderes als der hocherregte Bruce Banner steht. Gory Fun.

Mir persönlich gefällt ja die Idee dieses egalitären Moments der Zombieseuche sehr. Keiner ist erhaben, keiner bleibt verschont, quasi die Highend-Fassung von Hobbes Kampf aller gegen alle, mit ein paar sehr schockierenden und nach  (Über-)Menschenfleich lechzenden Überwesen. Ben Grimm, der sich ein paar abgetrennte Patschehändschen als Halsschmuck umgelegt hat, könnte durchaus aus einem Conan-Marvelcrossover entstiegen sein, sehr schick böse.

Die Fakten: Wir haben auf der einen Seite ein paar wirklich unangenehme Untoten und ein paar letzte Aufrechte im Widerstand gegen die ausser Rand & Band geratenen Omnivoren. Das Team ist schnuckigst. Denn anders als in der Punisher-Storyline ist Wolverine kein Solitär in diesem Plot, ihm wurden noch ein extrem düsterer Cpt. America, der stets dunkelbunte Punisher und der ebenfalls stets hinreissende Deadpool zur Seite gestellt. 

Dieses Quartett, welches die uns bekannte Welt retten soll besteht also (wenn man mal vom Patriotengag Steve Rogers absieht) ausschliesslich aus mürrischen Antihelden mit erheblichen psychosozialen Defiziten. Wie kann man diese Idee eigentlich nicht lieben?

Was passiert ist auch rasch erzählt. Man prügelt und meuchelt sich durch Freund & Feind (zumeist untot) - mehr ist da nicht. Aber dieser Minimalplot macht irrsinnigen Spass. Insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass hier eine Versuchsanordnung zum Tragen kommt, die es so bisher nicht gab. 

Wann endet die Wut des Hulks? Gibt es ein Limit oder ist der Führer der atavistischen Horden nicht zu stoppen? Fragen über Fragen, dazwischen ein paar Kadaver, etliche hingeschlachtete Marvelhelden und viel viel Blut. Sicherlich kein Comic für die kleene Schwester oder zum Vorlesen an einem romantischen Abend, aber wir wissen ja alle, manchmal dürfen - nein müssen - Comics auch schmutzig sein. Klare Flaneurempfehlung (No-Brainer Edition).

Keine Kommentare: