Sonntag, 13. März 2011

Akua Naru - The Journey Aflame [Jakarta Records]


Frei nach Kinderzimmer Production "ich sag nicht mehr Hallo ich sag immer schon erst Entschuldigungfang ich diesen Lobgesang gleich mal mit einem Sorry an, Spötter werden mir wieder vorwerfen ich würde ja eh alles aus der Pipe von Jakarta hemmungslos abfeiern ... ganz ehrlich ihr neidgeblähten Bettwanzen, stellt ma so einen soliden Artistroaster auf die Beine & ich tue es auch bei euch. Ihr habt mein Wort!

Akua Naru passt so perfekt in dieses Portfolio, ich hätte mich geärgert, wenn es anders gekommen wäre. Ein Femcee mit massig Ansage und Inhalt, nix dirty Bettgeflüster, sie liefert lieber Berichte über sexuellen Terrorismus, kein Gucci Gucci Gu, eher ein beatgestütztes Nachdenken über afrikanische Herkunft und Alleinerziehende in prekären Verhältnissen.

Ja, abseits der Beatästhetik - die sehr an das Golden Age angelehnt ist, wird hier Hip Hop auch endlich mal wieder als Folie für sozialen Protest, galliges Geschlechterkommentar oder Selbstermächtigung genutzt  - und nein, hier ist nix verbissen, Akua gleitet so geschmeidig über Beats, dass ich Vermutung anstossen mag, dass sie eine auf Honig basierende Lebensform zu sein scheint.

Der überwiegende Teil der Beats wird von dem Kölner Producerteam TheDrumkidz geliefert, die in diesen Gefilden ja schon einige Male heftige Dellen hinterlassen haben. Ein Feature kommt erfreulicherweise von Jakartas anderem Großmeister Blitz The Ambassador, der gemeinsam mit ihr einen Beat einfach vollständig zu Tode reitet. Ganz grosses Headphonecinema ... 

Akua is keine quengelnde Pseudoemanze auf Beats, sondern das glaubhafteste, bestechendste und ehrlichste was ich seit sehr langer Zeit gehört hab, einfach weil sie sich traut selbst die selbst finsterste Szenerien bis zum bitteren Ende durchzudeklinieren, ohne auf Absatzzahlen oder schnellen Fame zu schielen.
Neben TheDrumkidz liefern ein paar andere beatballernde Kaliber wie 7Inch, JR, Til Schneider und Macka & Robi - die DEN deutschen Überhit Dickes B! ausgebrütet hatte - die musikalische Unterlage für diese unglaublich vielfältige musikalische Reise an die leider vergessenen Ufer dieser ehemals so kritischen Musik. Alleine für diesen Mumm muss man alle Beteiligte lieben.

Was bleibt mir zu sagen ausser - Mädels, traut euch endlich, haut Perlen raus, der überwältigende Rest der Szene beherrscht diese Kunst einfach nimmer, zeigt den Graurücken auf mellow Beats was ne ne echte Faktenschelle is. 

Bevor ich euch mit meiner persönlichen Lieblingsnummer des Albums rauswerfe noch eins - Zugriffsmöglichkeiten findet ihr hier (DL & CD) und für die Realkeeper unter euch, die sagen 80er Beats müssen aufm 1210er liegen - Jakarta plant ne Minivinylauflage mit 333 Kopien - also Augen aufhalten & jetzt Ohren auf für einen Text der es in sich hat.
Tales Of Men feat. African Footprint (Produced by Til Schneider & Akua Naru) ist feinster Zuhörhop mit afrikanischen Vibes - und dieses Ding weiss verdammt nochma zu gefallen, danke für dieses Stück guten alten Hip Hop!


 

Und ja - Flaneurempfehlung!  

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