Freitag, 24. Dezember 2010

Keine Weihnachtsgrüsse meinerseits.


Es kann ja sein, dass es diese Haushalte tatsächlich gibt, in denen dieses erschreckend grellweiße Grinsen und Bratenduft (Bio) harmonisch zusammengehen - so Vorabendserienidylle eben, wie im Werbefernsehen.  Bionadebiedermaier plus Holzspielzeug von Manufactum und jubelierende, krisenunbetroffene, schöne Menschen. Möglich ist es sicherlich. Parallelgesellschaften eben.

Ebenso denkbar ist aber auch ein Abend voller Autosuggestion, eine konsequente Selbsttäuschung und -betäubung zahlreicher taschengepackter Menschen, deren geschenkpapierverzierten Wohlstandsanzeiger. unterm Baum liegen müssen & wehe wenn nicht, dann wird der Ehevertrag aber gleich ma fix reformuliert.
 
Und auch die Normalohaushalte sollte man nicht vergessen, bei denen die Geschenke kleiner werden (müssen) - aber man hat sich ja arrangiert mit der Krise, man hat ja Verständnis, man hat sich ja auch lieb und jedermann hat diese Börsen in der Zwiebellederedition.

Egal wo ihr heute abend laden werdet, allet is jutt, bleibt einfach nur geschmeidig und denkt mal über diese in Stein gesprühte Polemik nach. Denn der nicht erwähnte, arme Mensch wird unsichtbar. Arme Menschheit, weit hast du es gebracht in der Zeit der signifikant gesteigerten Spendebereitschaft und des offenen Sozialrassismus.

Und nach dem Fest wird der Romantikbedarfsladen dann wieder dicht gemacht, man braucht die Counter ja für die empörten Umtauscher und das Spendenhotlinepersonal hat es dann auch wieder kuschelig prekär und der olle Scrooge weint sich mal wieder die Augen aus.

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