Freitag, 26. November 2010

Dinner At The Thompson's - Off The Grid [Earth At Work] Die Spätfolgen der Bushregierung.


Ja! Wir haben endlich wieder mal Anekdotenzeit!!!

Dinner At The Thompson's ist ein Produkt der Bush-Regierung. Nein, man spielte ihre Musik nicht in ohrenbetäubender Lautstärke in Abu Ghuraib oder sonstigen Folterknästen zur Beeinflussung von Gefangenen. Nein, die Musik entstand gerade aus der Abwehr dieser Art von Politik und der Abkehr vom eigenen Land. 

Lucille Tee, Jazz- und Soulvokalistin mit einem gewissen Quentchen Tori Amos hatte nach der Wiederwahl von GWB die Schnauze gestrichen voll von den Vereinigten Staaten und floh zuerst nach Prag und strandete dann im Heimatland der Freedom Fries. 

Dort traf sie per Zufall auf den Pariser Beatschmied FabLive. Klingt schon fast nach dem kitschigen Storyboard für die nächste harmlose Vorabendserie, aber in diesem Falle stimmt es. Und da sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann, wollen wir jetzt ma nicht so harsch sein. Also, weiter im Text, man traf zusammen und unterhielt sich über Vorlieben und Vorbilder.

FabLive warf Shadow und Dilla ein, umzirkelte seine Electrobeatsozialisierung und Lucille Tee ergänzte diese An- und Vorgaben um ihre eigenen Faible, rührte also noch Soul, Funk und eben dieses gewisse Etwas ihrer Stimme unter den Kuchen und fertig war das Mahl, zu welchem man bei der Familie Thompson dinierte.

Begleitet werden der Beatmagier und Maschinenbändiger und die Exil-Chanteuse durch ihre treu ergebene Band The Magic Bunch, die ordentlich Livefunkwucht unter die Songs legen und auf der Bühne trumpfen sie als Gesamtband auch erst richtig auf, wenn der Funk dreckig, die Stimme wuchtig und die Maschinen krachend aufspielen. 

Denn wer bisher nur ein gegenwärtig (auch) zirkulierendes Video der Band gesehen hat, bei dem sie brav mit Akustikklampfe musizieren und eher durch Prozac zufrieden gestellten Disneyclub-Automaten ähneln, der wird gleich von der grandiosem Furor der Band verblüfft werden.

Schubladisierende Marketingwesen wollen sie schon irgendwo zwischen Portishead und Moloko verorten, ich muss aber sagen - wieso? 

Der Sound hat ne eigenständige Qualität, die Featureliste ist mit Gastauftritten von Funkikone Lee Fields und tighten MC-Einsätzen von Insight und Guilty Simpson durchaus prominent besetzt und wer braucht bei einer wuchtigen Funkstimme mit Amos-Timbre noch andere Vergleichparameter? Na - richtig keiner. 

Abschliessend werfe ich als Vorgeschmack auf die Band noch ein kurzes Video zu einem Liveauftritt in Paris  in die Waagschale und wen's danach packt, hier könnt ihr das Dinner ordern. Cheerz!


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