Donnerstag, 19. August 2010

The Budos Band - The Budos Band III [Daptone Records]

Schmutzig, schwitzend, treibend, beängstigend, beunruhigend und verdammt groovy - so konnte man bislang jedes Album von The Budos Band labeln. Instrumentale düstere Kleinode irgendwo zwischen Venom & Fela Kuti, zwischen Black Sabbath und Mulatu Astatke, zwischen slickem Funkbreak und doomigen Rockriff. Und die aktuelle Platte, mal wieder bewusst minimal mit "III" benannt macht da keine Ausnahme.

Über die Coverdesigns dieser Vögel müssen wir uns ohnehin niemals kritisch äussern, lecker eben - aber auch das Produkt in der Verpackung verspricht qualitativen Genuss.

Kommen wir mal zur Entstehungsgeschichte. Wir haben es hier nicht mit einem totproduzierten, glatt geschliffenen Stück Musik zu tun, sondern mit einer unglaublich unmittelbaren und impulsiven Platte. Warum? Nun - das Album wurde in einer bierseligen 48stündigen Live-Analogsession in den inzwischen legendären "House Of Soul"-Studios eingespielt, als Produzententeam konnte man Bosco Mann & TNT gewinnen - kann da noch irgendwas in die Brüche gehen?

Die 11 Musiker plus zwei Gäste an Trompete & Flöte (!!!) semmeln also mal 2 Tage lang los und tüten am Ende 11 Songs ein, die einfach nicht anders benennbar sind als The Budos Band. Ihr Markenzeichen ist inzwischen nicht mehr der Versuch Ethnosound, Funk & Soul mit Rockelementen zu versehen, stattdessen verschmolz man diese Impulse zu einer treibenden, in sich geschlossenen und wunderbar funktionierenden Rezeptur, nennen wir sie einfach mal Doomsoul - die einfach unverwechselbare Nuancen hörbar macht.

The Budos Band erhalten auch bei ihrer dritten Platte meine Flaneurempfehlung. Ich bitte um weitere Geniestreiche! Erhältlich sind sie hier als CD & Vinyl (in einer formschönen schweren Pappe).

Und jetzt wird euch noch ein Liedchen angestimmt über den Zorn der Natur (The Budos Band - Nature's Wrath) - definitiv ein Song, den auch der neue Noah beim Auslaufen lachend spielen könnte.


1 Kommentar:

triple hat gesagt…

Ich hab' die letzten Tage mal genutzt, um deinen Blog ein bisschen zu durchstöbern und hey - das hier hört sich echt gut an! Vergleiche kann ich persönlich nicht großartig ziehen, aber ja, der verhängnisvoll-metallische Ansatz macht sich ganz klar bemerkbar. Die Bassline ist ja mal richtig schmackhaft!

Nächsten Monat, wenn das Geld wieder etwas lockrer sitzt, wird das Dingen auf Vinyl gekauft. Vielen Dank für den Tipp!