Samstag, 3. Oktober 2009

Saltillo liefert das musikalische Äquivalent zu den Herbstfarben ...


Ja ja, liebe Leute ich glaub, nun ist er da, der unliebsame graue Herr mit dem klangvollen Namen Herbst.

Als ich gestern die Vorhänge aufgeschlagen hab, waren in meinem Sichtfeld bloss ne amorphe graue Masse namens Himmel, viel viel Regen und Balkonblumen, die nun endgültig die Köpfe hängen lassen, erkennbar. Bäh!

Eigentlich liebe ich den Übergang von Sommer zu Herbst, aber eben nur, wenn es knackekalt aber sonnig ist und die immer saftigeren Farben an den Bäumen von der letzten Agonie zeugen, bevor sich die Natur in ihrem alljährlichen Zyklus einrichtet.

Wir Stadtkinder haben dann wenigstens einmal kurz die Möglichkeit noch Jahresezeiten nachzufühlen, ansonsten ist uns die Gabe der Naturbetrachtung (ist man mal ehrlich) doch völlig abhanden gekommen.

Sei's drum ich habe heute beim Stöbern zumindest mal meine Herbstmusik für 09 entdeckt.

Saltillo, ehemals Mitglied von den schon begnadeten Sunday Munich, beschreitet inzwischen kantigere Solopfade und auch wenn er weiterhin im Downtempotal wandelt, besitzen seine Produktionen ein gewisses Etwas an Schärfe, Verworfenheit & Schroffheit, die mir bei den meisten anderen Szenenausgeburten fehlt.

Kurz gesagt: emotionale Musik, Herbsttagmusik eben.

Aber auch etwas anderes nötigt mich zu der tiefen Verbeugung vor den unsagbaren Skills von Menton J. Matthew III, so sein bürgerlicher Name, er spielte alle (!!!) auf dem Album "Ganglion" verwendete Instrumente selbst ein & mit Violine, Cello, Piano, Bass, Schlagzeug, Gitarre, Banjo & all dem elektronischen Gerät, ist dies schon eine beeindruckenden Liste, nicht wahr.

Und zu welchen Klangminiaturen dieser Mensch fähig ist, was er alles aus seinem kleinen schwarzen Hut zaubern kann, dass zeige ich euch jetzt.

Falls euch dies nicht genügen soll, kann der Flaneur nur auf den schönen Link zum myspace-Profil (hier) verweisen, der führt euch ins Herzen dieses Klangkosmos oder ihr wollt die Ware sofort, dann klickt hier - Cheerz!

"Grafting" hat eins der ohrwurmigsten Sample, das ich kenne, es hat mich schon auf der Galla-Platte verzaubert, fragt sich nun, wer wo die Leihgabe gemacht hat :).



Und mit "Giving In" ist Saltillo eine Nummer gelungen, deren phantastischer Gesang (Sarah Matthews) nur noch durch den nackdenklich stimmenden Text überboten wird, Memento Mori, auch bei deinem Kind ... ungewohnter Popinhalt, nicht wahr?


Saltillo - Giving In

For all the joy they child shall bring, The risk of grief we'll run.
To all parents.

You're born, raised and then torn down,
to look a little more like, everyone you meet,
And everyday that goes by,
you look a little less like who you used to be.

I don't mind the people staring,
'cause I know they never see me anyway,
In these days, all the worlds the stage,
and everyone one just wants to be the star.

[Chorus]
This is all too heavy,
If you believe in your self,
But no one can hurt you with out your consent,
And I am not giving in.
I'm not giving in
and I'm not giving in

I don't mind the people staring,
'cause I know they never see me anyway,
And everyday that goes by,
you look a little less like who you used to be.

I don't mind the people staring,
'cause I know they never see me anyway,
In these days, all the worlds the stage,
and everyone one just wants to be the star.

[Chorus / 2x]

I'll lend you for a little time a child of mine
For you to love - while she lives

And mourn for when she's dead.
And from the throngs that crowd
Life's lanes, I have selected you.

Now will you give her all your love,
Nor think the labor vain,
Nor hate Me when I come to call to
Take her back again?

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