Freitag, 2. Oktober 2009

Adaptionsgewussel III: Das Rätsel: In welcher Farbe bemalt der Flaneur die Welt?

Ganz richtig in einem schönen deckenden Schwarz, mit Pinsel, Dose oder auch mit Fingerfarben, Hauptsache es wird geschwärzt.

Ihr kennt die Regeln dieser Rubrik ja inzwischen, der Flaneur krallt sich einen Song & versucht charmante Bearbeitungen dieses Liedguts zu liefern.

Dass sich diese Tätigkeit auch gelegentlich in gigantische Posts auswachsen kann, beweist der heutige Beitrag wieder einmal zur Genüge ... ich konnte mich zwischen all dem Dargebotenen einfach nücht entscheiden ... daher darf ich nun meine Gemeinde 12 mal zum Tanz um das schwarze Kalb bitten. Cheerz!

Den Anfang macht wie üblich das Original.



Es folgen nun drei Adaptionen liebreizender Damen, eine besser als die andere, den Beginn macht Marie LaForet, deren ausgefallene französische Version einfach schlichtweg göttlich ist.



Aber auch die Stimme der jungen Vanessa Carlton ist nicht zu verachten, ich kannte sie bis vor wenigen Minuten noch nicht, aber sie sollte keine Unbekannte sein, schließlich hat sie in den USA schon Platinstatus, aber genug des Startratsches, lassen wir die Musik sprechen.



Die nächste Interpretin hatte ihre Hochzeit als Vanessa noch der zukünftige Wunsch ihrer Mutter war, die rotzige Skapunksause der Avengers stand in den frühen 80ern zu Recht (nicht nur in Kalifornien) hoch im Kurs ...



Traditionstreu wie ich bin - nun die Instrumentale.

Den Beginn macht hier eine großartige Liveversion des Trio Valore:



Weiter gehts mit einer sehr charmanten Pianoadaption ...



... und nun zeigt der australische Gitarrenvirtuose Michael Fix was ne Harke ist. Staunen!



Wir bewegen uns langsam aber stetig in die obskuren Gefilde des Netzes, zuerst mit Rufus Zuphall, dessen krautrockender Zugriff aufs Original mir schon sehr jutt gefällt.



Aber wer denkt hier wäre jetzt schon Schluss, der hat sich gründlich getäuscht, denn mit Rick Wakeman wechseln wir jetzt von der Krautrockzone ins farbenfrohe Reich des Progressivrocks.

Aber Wakeman ist nicht nur für seine begnadeten Keyboardskills bekannt, sondern auch federführend in der Popularisierung des Birotrons gewesen, eines Instruments, ohne dessen Entwicklung große Teile des heutigen samplebasierten Musik unmöglich wären. Informationshappen ... und so :).

Aber mal davon ab, mich erinnert diese Version unglaublich stark an einem meiner frühen Helden, großes nostalgisches Gefühl ... ne Tasse Kakao & Captain Future, datt war noch was, ist manchmal schon seltsam, bei welchen Reizen man an diese unbeschwerte Zeit erinnert wird.



So und um langsam zu einem Ende zu kommen nun noch drei eher im punkigen Umfeld angesiedelte Cover. Den Beginn machen die kanadischen Postpunker von The Tea Party, sehr eigenständiges, spannendes Vorgehen.



Die nächsten im Bunde sind die von mir stets hochgeschätzten Firewater, deren Interpretation auch nicht vor dem Text halt macht. Schön!



Und das Ende soll heute mal mit einem Knall beginnen, ausklingen lassen werde ich diese Sause mit der Bostoner Dampfmaschine von The Unseen, deren geradliniger Streetpunkimpetus einfach sehr erfrischend ist.

Und deren offensives Video auch die eigentliche Perzeption des Songs, der einer der größten Antikriegssongs seiner Zeit war, hervorragend einfängt.



Ich hoffe ihr hattet Spass, wenn ja, lass es mich wissen, Kommentarfelder kennt ihr ja, denk ich mal, nücht?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"The Black Dahlia Murder" wäre noch ein schöner Kontrast gewesen!

http://www.youtube.com/watch?v=Z-yRuDzXN90

MfG, Tobi

Der digitale Flaneur hat gesagt…

Moin Tobi ... jaja die Schwarzen Dahlien hatte ich auch auf dem Schirm, waren mir dann aber zu lärmig, ebenso wie The Agony Scene ... wollte ja ein wenig in die Breite gehen, hab auch auf Screwdriver (sic!) verzichtet.

Wobei, wenn man Whitepoweraktivisten schwärzt versteht man auch wo der Block der AN herkommt.