Donnerstag, 16. Juli 2009

RIP! - Natalja Estemirowa.



Verzeiht mir den augenscheinlichen Zynismus, aber gestern ist die zweite große investigative Menschenrechtsjournalistin Russlands den Säuberungen derer die die Wahrheit nicht publiziert sehen wollen, die eine zivile Öffentlichkeit nicht dulden wollen, zum Opfer gefallen.

Sie wurde in Grosny bei ihren Recherchen entführt, niedergeschossen wie Vieh und als schockierende Fussnote für den Rest der Journalistenschar in der Nachbarrepublik an den Strassenrand gekippt. Widerlich.

Leider macht mir der Ausgang des Prozesses rund um den Mord an ihrer Kollegin & engen Freundin Anna Politkowskaja keine große Hoffnung auf ein schnelle Aufklärung.

Bitter ist insbesondere die Tatsache, dass dieser Mord auch ein perfides Spiel mit Zeichen & Verweisen auf dem diplomatischen Bankett darstellt, denn der Zeitpunkt dieser Tötung ist sicherlich nicht zufällig.

RIP! Wieder einmal war die Feder dem Schwert unterlegen. Bitterkeiten sind in Russland leider keine Ausnahmen mehr. Die Menschenrechtssituation ist aller Beteuerung des Kremls zum Trotz alles andere als vorbildlich.

Eine ausführliche Stellungsnahme zur Tat von Reporter ohne Grenzen findet ihr hier, ebenso einige ihrer Arbeiten zum Konflikt im Nordkaukasus. Einen ausführlichen und kontextualisierenden Artikel des Tagesspiegels findet ihr hier.

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