Sonntag, 10. Mai 2009

Voila: TTC alias Les Batards Sensibles ... französischer HipHop ma ganz anders...


Es gibt, selbst im kunterbunten französischen HipHop-Universum gelegentlich musikalische Sonderlinge, deren Soundentwürfe zu weit draußen sind für den „orthodoxen“ genrevielfaltverwöhnten Gallier.

So überrascht es auch wenig, dass die (nach Eigenaussage) „sensiblen Bastarde“ von TTC ihre Labelheimat auch eher im Hafenbecken des angelsächsischen Erbfeind fanden, genauer gesagt beim britischen Leckerli-Powerhouse Big Dada, dem HipHop-Imprint von Ninja Tune.

Die Wahrnehmung von TTC, deren hochironische machistischen Klischeehubereien (und –brechungen) an einigen einfacheren Geistern bezeichnenderweise vorbeigehuscht sind, erinnerte mich an sehr an die lustigen Missverständnisorgien rund um die göttlichen CITC auf unserer Seite der Grenze ... Humorlose Menschen urteilen, während humorvolle Menschen wichtige Dinge tun – aber reden wir nicht weiter drüber.

Der Sound des MC-Trios war bereits auf ihrem 2002er-Debüt ein wohlschmeckendes, charmant wahnsinniges und stark electronifiziertes Bassgeschmetter mit sehr unterhaltsamen Texten, die sich an abseitigen Ideen abarbeiten.

Ein Lied beispielsweise besingt (in heliumtypischer TTC-Manier) die illustren Abenteuer des schälmesserphobischen Gemüsehelden Léguman (frz. légume = Gemüse) … Wortverdrehereitrieb irgendwer?


Erfreulicherweise kümmerte sich die Band aber nicht nur um die Bloßstellung von stereotypen Rapparametern & der wortspielerischen Ausrasterei, sondern übte sich auch früh in der Präsentation der Kunst des stilvollen Videos.

Sehr symphatisch an ihrem Umgang mit ihrer Musik finde ich, dass sie das vom Lied inspirierte irrwitzige Fanvideo zum offiziellen Video erklärten, so sieht gegenseitige Liebe aus, gelle ;).

Und der Flaneur will euch heute mit dieser Ode an den Schutzheiligen aller Beilagenessern einen ersten Einblick in die Klangwelt dieser spinnerten Typen geben & den Tag versüssen. Ab gehts mit dem großen Spaß!



Das zweite Video „Telephone“ ist die bösartig ballernde Single des letzten Albums (2007) und sagen wir es so: Die Bastarde geben (mal wieder gelungen überspitzt) die abgeklärte Beastie Boys der Licensed to Ill-Ära und treffen sich zu einer, die grandiose „What they do“-Dekonstruktionssause der Roots charmant zitierenden Schelmerei, um mal laut zu sagen, was da eigentlich Sache ist, hinter den Türen dieses Riesens namens Industrie, fein!

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