Mittwoch, 20. Mai 2009

Amare et sapere vix deo conceditur.


Amare et sapere vix deo conceditur
[Zu lieben und vernünftig zu sein ist kaum einem Gott möglich.]



Karikatur - Eine Definition: Sie übertreibt bewusst, spitzt zu und verzerrt charakteristische Züge eines Ereignisses oder einer Person, um durch den aufgezeigten Kontrast zur Realität und die dargestellten Widersprüche den Betrachter der Karikatur zum Nachdenken zu bewegen. Oftmals nimmt die Karikatur zu einem aktuellen Sachverhalt sarkastisch-ironisch Stellung.
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Der Flaneur serviert euch ja ab & an verschiedene hübsch pointierte Bilder, die die gegenwärtigen Weltläufe kritisch & humorvoll beleuchten, aber heute möchte ich euch noch etwas mehr liefern, nämlich eine kurze Erklärung der satirischen Techniken, einen zusätzlichen Untertitel & eine kleine Kontextualisierung ...

... denn betrachtet man den letzten Post, so wurde auch hier die Gefahr des religiösen Wahns thematisiert, falsch verstandener Glauben bedroht uns alle...

... denn wenn der Glauben das Töten legitimiert, dann hat er seine versöhnliche Funktion gänzlich verloren.

... denn wenn nur noch die (Deutungs-)Macht bedeutend ist, dann geht die ausgleichende Idee jeder Sozialethik verloren.


... denn wenn Waffengänge mit konfessionellen Bekenntnissen illustriert werden, dann ist eine neue Gefahr geboren ... also liebt euren Gott, aber bleibt vernünftig!


Und in diesem Falle illustriert diese gelungene Visualisierung die Zwangslage der päpstlichen Initiative ausgesprochen gut, denn die ohnehin mehr als schwierige Vermittlung zwischen den einzelnen religiös argumentierenden Parteien, wurde ja auch noch durch die eigene Vorbelastung des Papstes erschwert.

Wir erinnern uns: Aufgrund des unsäglich peinlichen medialen Umgangs mit dieser abstrus-wirren Randgruppe, diesen katholischen "Mullahs", deren Mitglieder sich mit lautstarker Holocaustleugnung, spinnerten, übertraditionalistischen Gesellschaftsbilder und selbstgefälligen Presseäußerungen en masse eben nicht gerade beliebt gemacht haben, war sein Stand ohnehin etwas prekär ...

Nun ja, die oben gezeigte Verzerrung geht dann doch eher als Verdeutlichung des diffusen Bündels von religiös bedingten Konfliktthematiken durch & daher heute mal kein Stuttmann, aber trotzdem gewohnt raffinierte visuelle Finesse.

Quelle: Berliner Zeitung. Onlineausgabe.

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