Mittwoch, 8. April 2009

Musik für all die Dinge dazwischen. Streetlight Manifesto - Somewhere in between.



Am letzten Donnerstag war ich mit einem sehr traurigen Jahrestag konfrontiert, eine mir sehr liebe und wichtige Freundin war im letzten Jahr überraschend mit nur 29 Jahren aufgrund einer Gehirnblutung von uns gegangen.

Eine Situation, welche mich absolut sprachlos zurück ließ und mir keinerlei wirkliches Ventil bot, mit welchem ich auf diesen Schmerz hätte regieren können, diesen Schmerz regulieren konnte, aber wieder einmal habe ich die heilsame Kraft von Musik für mich erkennen können.

So you were born, and that was a good day
Someday you'll die, and that is a shame
But somewhere in the between (!!!!)
was a life of which we all dream
And nothing and no one will ever take that away


Dieser reduzierte und unglaublich wahre Abschnitt eines Textes ließ mich erstmal aufmerken und über all dass was gerade passiert war nachdenken.
Es war keine dieser motivierenden Hymnen, die mich endlich weinen ließ, sondern die verdammt tiefe und auch sehr schmerzhafte Konfrontation mit dieser unglaublich brillanten Formulierung der Skapunkband Streetlight Manifesto.

Der Song selbst war durch den Tod eines Freundes der Band motiviert und traf mich durch seine schnörkellose Direktheit mitten ins Herz.
Die Mächtigkeit dieser Trauernummer für den Tanzflur liegt aber eben gerade nicht in der pathetischen, tränenreichen Haltung, sondern in der offenen Respektlosigkeit gegenüber der Gewalt des Schnitters.

Aber, ein tanzbarer Trauermarsch, darf so etwas sein?

Meine Meinung hierzu ist ganz klar, ja. Warum? Lassen wir den Text sprechen:

And we sang, "I don't know where we go from here"
This is the Alpha, Omega, beginning and the end!
And we all just idolize the dead.


Der freudige Beginn & das unvermeidliche Ende und die zu füllende Zeit dazwischen.
Wenn der Text ein solch hohes Maß an Reflexion aufweist und er dich zum Nachdenken über all die guten Zeiten mit dem gegangenen Freund und all die möglichen, glücklichen Stunden mit deinen bleibenden Freunden anregt, dann darf er auch tanzbar sein.

Wir als Clique sind auch durch diesen Tod näher zusammengerückt und haben die Wichtigkeit eines jeden kleinen Momentes neu kennen und lieben gelernt. Und dies war sicherlich auch im Sinne dieser Frau, welche, uns ungefragt zurückließ um viel zu früh die Unterwelten zu erkunden.

Ich will hoffen der Fährmann hat dir eine vergnügliche Überfahrt gegönnt und du lässt auch dort die Puppen tanzen wie wir es gewohnt sind/waren von dir.

Im Gedenken an all die großartigen Momente, einmal mehr ein Zitat von dem Song, der meine Sprachlosigkeit zerbrach.

Yeah, the times we had, they were not that bad
And everything else, that was part of the plan.


Ich hoffe ich darf noch eine Weile auf dieser Erde herumstrolchen, bevor wir uns wieder sehen, aber sei dir sicher wir alle vermissen dich, still & laut.

Die Wunde, die dein Verschwinden riss, die Wunde die (uns) blieb wird keiner so leicht verdauen & erlaub uns gegen dieses überwältigende Gefühl anzutanzen, ich glaube zu wissen du hättest nichts anderes gewollt.



Den vollständigen & großartigen Text findet ihr hier.

Genießt jeden verdammten Moment, der euch bleibt mit den Menschen, deren Wärme euch verzaubert, viel zu schnell sausen Sensen nieder und lassen dich fassungslos zurück, denn eine Wahrheit wird immer bestehen bleiben:

So you were born, and that was a good day
Someday you'll die, and that is a shame
But somewhere in the between
was a life of which we all dream
And nothing and no one will ever take that away
And someday soon my friends,
this ride will come to an end
But we can't just get in line again.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Boah! Was ein gut geschriebener Text, tyc! Ich kenns, wenn man einen guten Freund viel zu früh verliert. Dein Geschreibsel hat mich hier auch zum Nachdenken, poetischem Nachdenken angeregt. Und der Song ist klasse.


Grüße,
Passyval.

Der digitale Flaneur hat gesagt…

Danke an die Tafelrunde. Und wenn es dich zum nachdenken gebracht hat, habe ich mein Ziel ja schon erreicht. Gut zu hören, dass meine Art zu denken / zu schreiben was bewegen kann.

Danke!