Samstag, 4. April 2009

dead prez & Amewu im Liveatdot ... aber war es denn tatsächlich bigger than Hiphop?



Gestern war es denn soweit, ich konnte meine Hiphop-Helden von dead prez live & geilsterweise gratis (Big Up an die Leute von MKZwo) sehen und als Sahnedecke für die Leckerei gab Amewu den Antreiber und Anwärmzeremonienmeister.

Soweit so gut. Erstes Problem ich verplantes Etwas hab die Kamera zuhause liegen lassen, ergo nur ein grobpixeliges Dokument von Amewus Styleabfahrt wird geboten, übt Nachsicht & ich gelobe Besserung.

Es trug sich zu, dass ich vorm Konzert Amewu traf & als ich ihm sagen wollte, dass ich was zu seiner Platte geschrieben habe, knallt er mir vorn Latz, dass mein Beitrag schon auf seinem MySpace-Profil angedockt hat!

Hell Yeah!

Mein Baby ist noch keine zwei Wochen alt und connected schon. Fühlte sich gut an. Amewu ist übrigens ein supersmarter Vogel & ich hoffe du hast gestern gefälligst die CD gekauft du mitsingbegabter Konzertgänger *G*

Aber ich hab nicht nur diese Katze aus Leidenschaft getroffen, sondern auch einen anderen Typen, der eine vollkommen krasse Anekdote (ihr wisst ja ich liebe so was) zum Besten gab.

Er trägt drei Vornamen, Grund dafür ist, seine Mutter wusste nicht, was passiert, wenn Westberlin an einen der Sektorenherren fällt, ergo russischer, französischer & englischer Name für den Jung.
Harte Nummer, hat mich echt verdammt nachdenklich gemacht, wie sehr der Kalte Krieg das Denken der Menschen prägte. Danke für diesen Augenöffner!

Aber von dem ominösen Herrn werdet ihr vielleicht demnächst hören, wenn er seine Radioshow startet, ich freu mich drauf & werde ihn nur zu gerne supporten. Ihr werdet davon hören.

Kommen wir mal zum Konzert. Ich muss sagen, klar hatte ich riesige Erwartungen, wollte Amewu stylen sehen und mit dead prez durch die Decke poggen, aber ... dieser Verriss hier ist als strikt subjektive Kritik zu verstehen, wenn jemand es anders sah, gut. Ich kann leider nix anderes dazu schreiben.

Amewu war einfach nur souverän und unglaublich, Monsieur Killerflow zerhackte einfach mal alles und ließ mich staunend zurück, tighter Schitt!

Auch der WarmUp-DJ, machte mich schon vorm Konzertbeginn glücklich, als er Knaan, Saul Williams und andere urbane Köstlichkeiten uff die Teller die die Welt bedeuten packte.

Für mich insbesondere spannend, weil ich schon lange keinen Hiphop von "draußen" gehört hab, weil mich das Publikum der meisten Parties eher nervt. Aber dieser Mann war dufte. Im Endeffekt muss ich sagen, wäre das Konzert jetzt zu Ende gewesen, wären meine Gefühle später weniger gemischt gewesen, aber ...

Das Publikum war schön bunt gemischt, viele Editafficiandos wenig Graurückenposerspaten, jutt jutt.
Aber was mir irgendwie auffiel war, dass der Funke nicht wirklich übersprang. Selbst bei Amewus tadellosem Auftritt war das Geschrei nicht groß genug. Aber er dirigierte das Publikum deutlich besser als die Mittelband Lopango Yabanka.

Die achtköpfige Crew mit Wurzeln im Kongo, die auch in einer kongolesischen Sprache rappten hatte es bei diesem Publikum, das ganz klar auf den Headliner wartete verdammt schwer. Ihre Beats waren den meisten zu "ethno" und die Flucht nach vorne in den deutschsprachigen Raps machte die Sache nicht runder. Schade, weil ich den Sound sehr gerne mochte.

DAM DAM! Die Herren des Abends ... wider meine Erwartungen gelang es dead prez nicht mich gleich zu catchen. Erst bei ihrem Pink Floydzitat wurde ich aufmerksamer.
Nicht, dass ihre Show nicht tight war, aber der Kontakt zwischen ihnen und dem Publikum taugte nix oder besser zu wenig.

Bei ihren Perlen (Hell Yeah / Mindsex / RBG) gingen die Leute so richtig gut ab, aber die beiden nutzten die freiwerdende Energie nicht wirklich. Es blieb also bei Hüpfen und kam nicht zum Springen.

Als sie dann die Nummer begannen, auf die alle im Raum sehnsüchtig gewartet hatten, nämlich Hip Hop wurde ein kurzer heftiger Impuls auf der Richterskala sichtbar, aber ich muss sagen, die meisten Hiphopper sind echte Feierluschen, als ich und drei vier andere bei Songs begannen ein wenig mehr zu poggen als zu hopsen wurden wir gleich angezischt.
Schade eigentlich, so verpuffte auch die unglaublich Energie dieses Songs in Nichts.

Ende aus, rausgegangen, irgendwie nur Amewu (und was heißt hier bitte nur (!!!)) richtig geil gefunden und mit dem Bierchen in der Hand nach Hause.

Und einmal mehr muss gesagt werden, Leute feiert verdammt noch mal eure Künstler wie sie es verdienen. Die Warm-Ups brachten die Suppe zum köcheln und die Herren Europatouretten löffelten sie leider nur unzureichend aus. Schade eigentlich.

Aber nochmals mit allem Nachdruck muss gesagt werden, kauft Amewu!

Nachtrag: Schöner soundtechnisch hochwertiger Einblick ins dicke Konzert! Dickes Dankeschön an den Macher Sarode.

1 Kommentar:

pellegrino hat gesagt…

bäh....wär ja gerne mitgekommen...scheiß nachtschicht, dann hätten du und 4-5 andere rumgehüpft und ein bisschen pogo getanzt ;)

aber amewu muss ich mir verdammt nochmal endlich einmal antun!!!