Freitag, 24. April 2009

Französischer Rap - Sehr facettenreicher Spass - eine Auswahl



Ich möchte euch heute verschiedene Großmeister der frankophonen Wortmagie vorstellen, einige aus unseren schönen westlichen Nachbarländern Frankreich & Belgien und eine atemberaubende sonische Bombe aus der Karibik.

Warum? Nun weil es einfach so unglaublich ist, wie weit diese Kultur uns blassen Germanen in Sachen Beats, Flow, Style, Finesse, Lässigkeit & Freshness voraus ist. Weil diese Musik bereits eine Bandbreite erreicht hat, die der deutsche Rap noch nicht erreicht hat (und möglicherweise wird er es auch nie) & dieses Faktum ist Grund genug (aller guten deutschen Katzen zum Trotz) mal einen Blick über den musikalischen Tellerrand zu riskieren.

Beginnen wir klassisch! Iam - L'École du micro argent ist noch immer die Blaupause für den kontinentaleuropäischen Rap, brettharte Killerbeats, großartige bis in die letzten Nischen ausproduzierte, opulente Arrangements und die ungeschlagene lyrische Größe der einzelnen MCs machen dieses Album zu einem der Meilensteine des französischen Raps!

Iam - L'École du micro argent


Und nun die neuen Geister der Franken - Hocus Pocus zaubern einen unglaublich gutgelaunten jazzigen Rapentwurf aus dem Hut, alle Instrumente werden für diese Sause live eingespielt, die Roots lassen grüßen!

Hier das extrasmarte Video zu ihrer außergewöhnlich kessen Zusammenarbeit mit den amerikanischen Katzen von The Procussionists. Interne Kritik am Abdriften des ursprünglichen HipHop-Gedankens muss nicht immer so gallensauer wie Krs-One sein. Großer Spass!

Hocus Pocus feat The Procussions - Hip Hop ?


Eine weitere sichere Bank im Land der Gallier ist der tiefgründige, melancholische Rap, welcher in VII (gesprochen Sept) einen meiner neuen Lieblinge gefunden hat.
Verlorenheit neu vermessen …Instrumentierung erinnert mich an die frühen RJD2 oder Blockhead-Joints, passt!

VII - Mon coeur est un cercueil (Mein Herz ist ein Erdmöbel ähmm Sarg ;))



Aus Belgien kommt Baloji, der seine Hörer (also uns) einlädt mit ihm zusammen seine kongolesischen Wurzeln anhand einer auditiven Reise über die Route Liége – Bruxelles – Gand zu erkunden.

Und im folgenden Lied eine alte musikalische afrikanische Tradition aufgreift, namentlich auf höllisch tanzbaren Melodien scharfe Anklagen gegen die Verursacher der andauernden Krise (und des unbeschreibbaren Leids) in seinem Heimatland abzufeuern, politisch, substanziell, kreativ!
Afrofunk goes Rap!

Baloji - Tout ceci ne vous rendra pas le congo (Deshalb will ich nicht in den Kongo zurückkehren)



Und zum Ende noch eine echt physische Tanzflurwalze (leider ohne Video)!

Aus Guadeloupe kommt die Hochenergiebestie Krys, der auf seinem ersten Album Renaissance 2007 einfach alles zerlegte, leider inszwischen ins eher kommerzielle Machotum gekippt.
Schade um diese frische Energie! Aber hier kommt einer der besten Rumtobanimationsrhythmen aller Zeiten.

Springt gefälligst!

Krys - Pete Pot'la

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