Donnerstag, 23. April 2009

Auf das die Anekdoten niemals enden & mein Anekdotoskop auch weiterhin leckeren Imput erhält.


Gestern habe ich bei der Literaturrecherche in der AGB in einem Buch, welches ich mir geliehen habe, eine wunderschöne Karte mit einem Gedicht von Erich Fried gefunden, die Klarheit seiner Aussage hat mich berührt, daher möchte ich es mit euch teilen.

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

[Erich Fried]

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Es ist was es ist sagt die Liebe" - da habe ich immer eine Werbung für was Gutes im Kopf; die wird unterlegt mit der Musik der Prenzlbergartistin Mia. Dummdiedumm - es ist nichts so gut, dass es nicht für irgendwas schlecht ist...
Grüße
Holger

Der digitale Flaneur hat gesagt…

Mhmm. Egal mir kann selbst die olle neodeutschromantische Mia den guten alten Fried nicht vermiesen ...

... denn was kann der alte Herr dafür, wenn seine Werke posthum für das neue Wohlfühlgefühl verschachert werden.
Er selbst hätte daran sicherlich wenig Interesse gehabt.

Und sie hat sich ja nur des guten Textes bedient, um ne etwas merkwürdige Symbolik drumherum zu stricken. Eben der typische Nutzungschaden durch die Nachgeburt. Da könnte man auch James Brown für schlechten Hiphop belangen.

Mia egal.

DaRkStAr hat gesagt…

scönes gedicht..