Montag, 30. März 2009

Mongrel - Better than heavy ... Geniesse die Bastardisierung in vollendeter Form!



Good Ol' England.
Für mich soll's englische Rosen regnen ... ma ernsthaft!

Mongrel meint per Definition so eine Sorte von sehr fleißigem Hund, dessen großzügige Genstreuung keine klare Herkunftsbestimmung mehr ermöglicht.

Hybrid nennt es der eine, Bastard der andere ... ich denke wir sollten den Anderen mal was flüstern.

Puristen dieser Welt unterwerft euch Mongrel ... eure Proteste sind ohnehin chancenlos.

Dieser kleine, süße Bastard von einem Album macht einfach alles richtig, einige richtig verdorbene Köche beladen ihre Töpfchen mit bunten Deliziösitäten und spitten einige sehr garstige Linien gegen Staat und Rassenhass. Fein!

Klar, dass sich Politpoetiker wie Saul Williams dann auch gerne mal zu einem kleinen Wordkick auf der Eröffnungsnummer Barcode hinreißen lassen und ein wenig bittere Wahrheiten spreaden.

Mongrel in der Kernbesetzung sind verschiedene britische Vögel aus dem eher bassbratzeligen Umfeld wie der ehemalige Arctic Monkeys-Basser Andy Nicholson & der noch-arktische Affe Matt Helders an der Trommel, der Babyshambles-Bassseitensadist Drew McConnell und die beiden Priesteranwärter Jon McClure & Joe Moskow (Reverend and The Makers).

Sie werden tatkräftig von einer Reihe superb stylender MCs unterstützt, unter anderem von dem britischen Urstgestein - und stets brillanten - Skinnyman (Leeds is calling!), der sehr bezaubernden Hookmaschine Mpho Skeef oder dem äußerst freshen britisch-arabischen Hiphop-Aktivisten Lowkey.

Eine besondere Perle in der Reihe hierbei ist die Rawkus-Katze Pariz 1, die im feinsten Brit-Flow meines Erachtens auf Hit from the Morning Sun eine der markantesten, angriffslustigsten, aggressivsten und gleichzeitig charmantesten Frauenstimmen zum besten gibt, die ich seit Jahren gehört hab (Sorry ... Keny Arkana, aber du bist raus), welche durch die schön im Kontrast gesetzte Hook nur noch mehr Größe zu gewinnen scheint.




Mann, Mann wie gerne würde ich mich mal mit dieser Frau streiten ... hell yeah!

Damit ihr euch mal selbst ein Bild von der stilistischen Bandbreite des Albums machen könnt, dessen Küchenchefs durch die fluffig-lockere Verwirbelung von Dub, Reggae, Indie-Rock, elektronischer Spielereien, Hiphop und zahllosen anderen Zitaten & Zutaten zu begeistern wissen ... hier das verdammt schöne The Menace, dessen Lyrics zu dem schmackhaftesten gehören, was mir in den letzten Popmonaten goutiert wurde.




Keine Ahnung wer dieser Typ mit schniekem End80er-Iro im Video ist, aber er kann singen, mehr ist nicht nötig zu wissen. Keene süssklebrige Lip-Sync-Bläherei, sondern ein echtes Lippenbekenntnis.

Eine weitere Köstlichkeit, die dieser flauschige Strassenköter zum Liebhaben fix apportiert ist die verdammt eingängige Dubversion des Albums, die es als kostenfreie Zugabe gibt & wenn ich ganz ganz ehrlich bin, der eigentliche Grund war, weshalb ich das Album erstanden hab, neben der übermaunzigen Pariz 1, natürlich *G*.

Und um mal mit einer der wenigen substanziellen Film-Quotes zu glänzen & weil es sich bei dieser Band einfach anbietet:

We have to fuck around, 'till we all have the same color

... in diesem Sinne: Mongrels unite!

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