Donnerstag, 26. März 2009

Ein duftes World/Inferno Friendship Society Konzert oder Herzblut, viel Schweiss & ein paar Freudentränen!!!



Irgendwann im Sommer 2008 mitten im der allermiesesten dein-Studium-muss-zu-Ende-kommen-Phase & anderem erheblichen privaten Abfuck wurde ich Zeuge meiner ganz eigenen, ganz & gar tanzbaren Epiphanie - und werte Mitmenschen (und andere Herdenwesen) ... mein Gottesbegriff hat sich abrupt & grundlegend verändert, irreparabel, auf ewiglich!

Denn Gott ist ein Kollektiv!

Ein Kollektiv aus Brooklyn! ein Kollektiv, dass mit Pauke & Trompete deinen welken Leib belebt & deine Seele erhöht!

Auf der Bühne im wunderschönen Kreuzberger Festsaal manifestierte sich (nach einer sehr scheußlichen Vorband!!!) eine höhere Macht, bereit die Fessel des schnöden gelangweilt-nebenbei-Rumstehens mit heißen Klingen zu durchtrennen ... there are no innocent by-standers! naja, zumindest keine die nicht tanzten *G*


THE WORLD/INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY

Im Feuerschein des Bühnenfeuerwerks, durchaus lustig bedudelt von einigen rasch in den Rachen gegossenen Bierchen und mit einer penetranten Hookline der grandiosen Dezarie auf den Lippen, mit welcher ich die beiden Mitreissenden dieser Pilgerfahrt in den schieren Wahnsinn trieb ... begann der Lauf der Dinge.

Die übliche furiose Urknallamplitude der Eröffnungspauken machte klar, Jericho wird niedergehen, bersten in einem Tumult aus einer untrennbar miteinander verwobenen Masse aus Leibern, die sich in allerbester Salsapogomanier die Alltagswut aus den Gliedern trieb.

Mr. Smartass Jack Terricloth gab das biblische Reptil und bat charmant wie eh & je um eine Kostprobe von der Frucht dieser ollen Erkenntnis ... move your ass & your mind will follow!

Ich schloss mich nur zu bereitwillig an, dieser alten Funkgötterweisheit Geltung zu verschaffen, trug ich doch noch etliches mit mir herum, was es kaputt zu tanzen galt.

Das Inferno brach los und dieses Tier hatte weitaus mehr als die profanen sieben Leiber, ok - ja zugegeben dafür nur zwei Hörner, aber wer will schon so kleinlich sein, denn Bass und Konsorten schufen Abhilfe und weiter ging der Sternentanz auf dem schweißnassen Parkett.

Leiber rieben aneinander, zuckten nebeneinander, durcheinander ... diese bereitwillig verschüttete kinetische Energie, war alles was nötig war um das Herzblut zum pulsieren zu bringen...

Den beiden Mitpilgern ging es natürlich sehr ähnlich, der Funke sprang über & man sprang mit, sang, hüpfte, tobte, pogte, gaffte völlig baff zur Bühne und nach der formidablen Darbietung von Zen or the art of smashin’ everything in this room musste auch der frisch wiedergeborene Zenaktivist erst einmal zur Tränke schlendern um den Mineralienhaushalt wieder auszugleichen.

Schwitzend, staunend, atemlos, so möchte man sich öfter vor einer Theke vorfinden...

Ein Publikum wie feinste Sacherschoki, jung, alt, Hipster, Punk, Mann & Weib mit und ohne Haar, mit Hut & Hiphophelmchen - alle fusionierten zur einer Feierbestie, zu einer Tanzflurfurie die noch immer ihresgleichen sucht!

Elendes 2009 streng dich mal gefälligst an!

Als dann die ersten Takte von Velocity of Love erklangen war alles vorbei, Gott wurde freudig jauchzend als Kollektiv akzeptiert, der elende Studienstress in einen dunklen Sack verpackt, eingegraben und mit geweihter Erde bedeckt & der ganz private Konflikt implodierte in einem leisen Pups und gab einen anderen Menschen frei, der nun frustlos gänzlich abdrehen konnte.

Die Restfasern des Kokons wurden schwitznass abgestriffen & ein weiteres Bierchen half gegen erste Verfallserscheinungen.

In diesem Moment ahnte ich, dass genau dieser Abend mit genau diesen beiden engen Freunden & diesen Gott in Kollektivgestalt einfach mein unbestrittenes 2008er Glückserlebnis sein wird & auch der Beginn of something new & beautiful.

Bittere Tränen waren ausreichend vergossen worden, nun sollten sie sich mit den Freudentränen vermengen & den wild verwirbelten Gemischtwarenladen meines Gefühlshaushalts ma ordentlich durchwischen. Alles war jutt.

Das erfreute Grinsen einiger Damen beim inbrünstigen Only Anarchists are pretty-Duett mit dem werten Herrn d.h. tat sein übriges, dieser Abend war umwerfend, charmant, zugleich kräftezehrend & kräftigend, wild, chaotisch & frei von jeder Einmischung eines Alltags!

Hier mal ne verdammt charmante Liveversion dieses popkulturell bedeutsamen Perlchen.



Die letzten beiden Zugaben waren nur noch leicht wippend zu ertanzen, zu sehr verausgabt wankten die beiden Tanzleichname hin und her ... das erfrischende Bier auf dem warmen Bürgersteig & dieses sicherlich verkehrsgefährdend breite Grinsekatzengrinsen bei der Fahrradheimkehr waren die i-Pünktchen auf den i-Pünktchen der i-Pünktchen ... alles aber tatsächlich alles stimmte an diesem Abend ...

Und zurück bleibt die stille Hoffnung, dass die Flurverwüster von WIFS am 16ten Juli auch wieder in den Kreuzberger Tanzkeller einkehren, statt im beengenden F-hainer Club.

Ich hoffe ich seh euch beide wieder & auch alle anderen bei fröhlichen Zenbreakgezappel!

(Dieser Post ist d.h. & h.w. gewidmet / danke für alles)

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